Doing Fashion 2017

GRADUATE SHOW 2017

Text & Bilder: Boris Marberg

Die diesjährige Leistungsschau des Studiengangs zum Modedesign in Basel wurde unter den Begriff
LOOK THERAPY gestellt. In einer komplex konzipierten Performance zeigten die Studenten am 18. März ihre finalen Kreationen.
In einem industriellen Hallenbau fand die diesjährige Schau des Institut Mode-Design der Hochschule für Gestaltung und Kunst, genauer zugehörig zur Fachhochschule Nordwestschweiz statt. Der Begriff Modenschau greift aber wie auch in den vergangenen Jahren etwas kurz, auch wenn mit dem Schlagwort, oder Anglizismus „Look“ die visuelle Wahrnehmung oder auch Darstellung titulierend war. Weiße Linien, in stringent formellem Muster teilten den Raum neben drei bühnenartigen Plattformen, die deutlich erhöht waren. Eine weitere Trennung zwischen Publikumsraum und Bühne fand nicht statt, wurde aber durch Personen, welche wie „Eisbrecher“ sich auf diesen Linien durch das im gesamten Hallenbereich verteilten Publikum fragmentiert, um Laufwege für die Modelle durch das Publikum zu schaffen. Von oben betrachtet hätte die Installation grafisch sicher wie eine Konzeptstudie von Kandinsky zu seinem Klassiker „Punkt und Linie zu Fläche“ gewirkt.

 

Die vorgefundene Gesamtkonzeption hat es wohl auch bewusst dem Publikum erschwert, einen distanzierteren Gesamtblick auf die Entwürfe und das Geschehen zu bekommen. Vielmehr bleibt der „Look“ auf die Mode, also der Blick ebenfalls fragmentiert in der Wahrnehmung.
Einige der Studentinnen und Studenten, haben dann diese Aspekte schön in ihren Kreationen wiederfinden lassen, diese geradezu den Betrachtern angeboten. Neben der Einbettung in diesen groben konzeptionellen Rahmen, blieben aber viele Abschlussarbeiten sehr konträr und individuell losgelöst. Vergleiche zwischen den jeweiligen Studierenden verbieten sich aber eigentlich, da die Unterschiede und Ausrichtungen zu groß sind und Anlehnungen an bestehende Kollektionen anderer Designer sich nicht für Kritik eignen.
Einige auffällige und interessante Konzepte sollten aber genannt werden. Da war zum Beispiel Félicie Pythoud mit schönen massiven Silhouetten und vertikalen Brüchen, oder Timon Imveldt mit interessanten Interpretationen zeitgenössischer Männermode, während Barbara Muff oder Karin Meier weibliche Aspekte ansprechend aufgegriffen haben.