Juliaandben AW14

Juliaandben AW14

Juliaandben AW14 – Ein Beitrag zu Unisex und Urbanität

Text und Bilder: Boris Marberg

Auch Julia Heuse ist eine ESMOD Absolventin, welche hinter dem Label Juliaandben steht. Das 2008 gegründete Label präsentierte im Rahmen der Mercedes Benz Fashionweek in Berlin je eine Kollektion, welche sich sowohl an Herren, wie auch Damen richtet.

Die Entwürfe sollen zwischen den Polaritäten Kommerz und Avantgarde unter Einflussnahme von Elementen stilistischer und funktionaler Sportbekleidung pendeln. Beide Kollektionen (oder Kollektionsteile) sind farblich düster und dunkel konzipiert und akzentuieren handgefärbte Teilflächen die entsprechend inhomogen sind. Thematisch richtet man sich an einer unvollkommenen, städtischen Landschaft aus, die Berlin zugeschrieben wird. Entsprechend hat man bei der Materialwahl auf Wollmischungen, Kaschmir, Seide, Leder und Baumwollmischungen zurückgegriffen. Bei den Accessoires, respektive bei den Details finden sich Ansätze von Lederharnischen – ein „Trend“, welcher in den vergangen Jahren vielfach als Kontrastmittel und Blickfang eingesetzt wurde. Die Kollektion ist im Ergebnis explizit auf Berlin als Stadt ausgelegt und stellt sich den Frage der Mode in der Urbanität.

Umfassend betrachtet kann man exemplarisch von der Fashion Week in Berlin in Bezug auf die stilistische „Mischung“ von Herren- und Damenmode ein paar grundsätzliche Entwicklungen ableiten, welche sich schon seit mehreren Saisons sich etablieren. Der urbane Charakter und das entsprechende Selbstverständnis werfen entscheidende Definitionsfragen auf. Dies sind auf der einen Seite die funktionellen Aspekte von Kleidung im öffentlichen, städtischen Raum und zum anderen in Bezug auf die Geschlechterdifferenzierung, welche Kollektionslinie sich an der anderen (stärker) orientiert und was bei „Unisex“ überhaupt der gemeinsame (kleinste) Nenner ist. Zusehends wird der öffentliche Raum von denjenigen Menschen visuell geprägt, welche entweder nicht dem kollektiven Diktat der Erwerbstätigkeit –  mit einhergehender kollektiver Uniformierung – unterworfen sind, oder jenen (unfreiwillig), welche von diesem ausgeschlossen sind.
Für die Feststellung der Prägung ist massgeblich, von welchem Ausgangspunkt man die Einflussnahme jeweils betrachtet. Seit spätestens Ende des 19. Jahrhunderts dominiert die funktionelle Uniformität in der Herrenmode. Die Damenmode hat sich indes stetig emanzipiert und wurde körperbetonter, freier und flexibler. Auch die „Eroberung“ der Arbeitswelt, hat anders als in der Herrenmode, nicht zu einer verstärkten Normierung und Konditionierung der Damenmode geführt. Entsprechend stellt die Parallelstellung von Damen- und Herrenkollektionen, gipfelnd in „Unisex-Kollektionen“ nahezu ausschließlich eine Anlehnung und Aufnahme von maskulinen modischen Elementen bei den Damen dar. Die Herrenmode kann dem gegenüberstehend nur sehr begrenzt sich bei Elementen der Damenmode bedienen. Meist erschöpft sich dies dezent darin, dekorative Elemente wiederzugewinnen, welche ohnehin jahrhundertelang für Herrenmode prägend war.

 

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