Berlin Fashion Week ss2027 – Fashion Block
Text & Bilder: Boris Marberg for BFW
Für das 20-jährige Jubiläum der Marke greift der polnische Designer konsequent auf seine Wurzeln und die Tradition der Marke zurück. Wie eine poetische Liebeserklärung aus grober, architektonischer Strenge und ungezähmter Zerbrechlichkeit legte sich die Jubiläumskollektion „KICK OFF“ von Mariusz Przybylski über Berlin Mitte. Für das 20-jährigen Bestehen der Marke entfesselte der polnische Designer eine textile Symphonie, die die klassische Männergarderobe nicht nur dekonstruierte, sondern sie regelrecht tanzend aus ihren starren Mustern hob.
Die Schau spinnt einen gekonnten Bogen über das gesamte Wirken des Designers in den letzten zwei Jahrzehnten. Przybylski stellt eine modern Männlichkeit einer lässig eleganten und jugendlichen weiblichen Sprache bei seinen Damenlooks gegenüber. Bunte Kreationen wechseln sich mit klassischen schwarzen Looks ab und er zeigt eine ausgewogene stimmige Kollektion, die viel mit Dekonstruktion und asymmetrischen Konstruktionen und Silhouetten spielt. Hier wird klassische Herrenmode zeitgenössisch interpretiert und spielerisch Eleganz vermittelt. Kontrastiert wird Schwarz und Rot bei den Looks. Diese beiden Farben ziehen sich mehrheitlich durch die Kollektion und bilden das visuelle Grundgerüst, welches der Designer geschickt mit weiteren Akzenten aufpeppt. Dabei geht die Sexiness nicht verloren. Diese Sexiness und das konzeptionelle Grundgerüst passen sehr gut zu der Kooperation mit den polnischen TV Format „Project Runway“ (TVN), denn deren zukünftige Modellelite will ja repräsentativ präsentiert werden und dem Publikum Highlights auf dem TV präsentieren.
Prägend für die Designhistorie von Przybylski ist also der dekonstruktivistische Ansatz, ein spannungsgeladenes Spiel mit Texturen und Identitäten. Hier werden gegensätzliche Welten kreiert, indem schwere Textilien direkt auf fließenden, transparenten Chiffon treffen. Dieses bewusste Freilegen und Verhüllen von Haut nutzt den menschlichen Körper selbst als architektonisches Element. So entsteht eine avantgardistische Ästhetik, die klassische Eleganz in ein progressives, skulpturales Kunstwerk verwandelt.































