Festival de la mode et de la photographie Hyères 2017
Text und Bilder: Gerhard Paproth
Côtes d’Azur, Sonne, Vollfrühling, blühende Gärten, Palmen, Blick aufs Mittelmeer, eine große Villa – das ist schon eine Konstellation, die beste Laune garantiert. Ideal auch für eine ambitionierte Modeveranstaltung, nämlich das Festival de Mode et de Photographie in Hyères, Südfrankreich.
Das Festival jährt sich mittlerweile zum 32. Mal und ist neben den großen Pariser Mode-Veranstaltungen die wichtigste in Frankreich.
Die Villa Noailles und das Festival
Die Villa Noailles aus den 20er Jahren war stets ein Ort der Gegenwartskultur, ihre Besitzer Charles und Marie-Laure Noailles verstanden sich als Mäzene, ja sogar als Teil der kreativen Bewegungen ihrer Zeit und stellten in diesem Sinne ihr Haus als Plattform der künstlerischen Avantgarde zur Verfügung. Picasso, Cocteau, die Surrealisten und viele andere Kulturschaffende gingen hier ein und aus und auch heute noch ist der Ort geschätzt – zum Beispiel Karl Lagerfeld hat ein liebevolles Büchlein darüber gemacht. Am Puls der Zeit ist das Engagement des Hauses geblieben, rund ums Jahr gibt es Kulturprogramm, mit dem Festival de Mode et de Photographie konzentrieren sich die Macher auf junge Mode und auch auf Fotografie sowie Schnittstellen zwischen Kunst-Design-Mode-Fotografie-Film. Mit Wettbewerben suchen sie spannende, anspruchsvolle, neue Designer und Konzepte, unterstützt werden sie von großen Marken wie Chanel, Swarowski oder Chloé. Sie suchen renommierte Designer, Fotografen und Profis aus der Modeindustrie zu gewinnen, um ein ausgedehntes Programm rund um aktuelle Trends in der Modebranche zu präsentieren: Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Ateliers/Workshops und Parties an allen vier Festivaltagen (27. April – 1. Mai) bieten zeitgenössische Reflexe für ein neugieriges, anspruchsvolles und auch professionelles Publikum. Ergänzende Highlights sind die Modeschauen junger Designer mit Ergebnissen mehrerer anspruchsvoller Wettbewerbe im Vorlauf zur Prämierung (z.B. Grand Prix du Jury Première Vision und Prix Cloé).
Aufgang zum Konferenzraum
Atelier Couture (Maison Lesage)
Podiumsgesprach mit Fotograf Tim Walker
Défilé der Wettbewerber
Schwerpunkt Ausstellungen
Auch die Hauptpreisträger der vergangenen Jahre werden in einer größeren Ausstellung „Formers“ präsentiert, zum Teil mit neu entstandenen Kollektionen, die aus den Support-Preisen entstanden sind. Interessante Künstler an den medialen Schnittstellen bekommen eigene Räume für Installationen. Spezielle Ausstellungen gibt es auch für besondere Gäste – dieses Jahr Schiaparelli und der Fotograf Tim Walker – und die Fashionweek Paris sendet „Best-Ofs“ aus den großen Häusern.
Eingang Showroom Formers
Ausstellung Vendula Knopova (ZIVIJO)
Im Showroom der Wettbewerber Fashion
Ausstellung Wettbewerber Accessoires de Mode
Ausstellung Photographie
Ausstellung Tim Walker
Showroom Fashionweek Paris
Ausstellung Schiaparelli
Entspannt genießen
Insgesamt ist das Programmkonzept anspruchsvoll und innovativ, ambitioniert und perfekt aufbereitet. Zusätzlich bieten die Gartenanlagen Entspannung, im Liegestuhl kann man kleine Konzerte oder Filme auf großen Bildschirmen sehen, herumspazieren und immer wieder die grandiose Aussicht und das wundervolle Wetter genießen. Vier Tage sind nicht zu lang für das umfassende Programm und wir werden daher in mehreren Teilen darüber berichten.
Experimentalfilme Mode, Tanz, Photographie
Konzert mit ala.ni