Berlin Fashion Week AW2026 – Gebrüder Fritz
Text & Bilder. Boris Marberg for BFC
Mit der neuen Kollektion „ROOM-FOR-PLAY“ geht Andrej Gronau spielerisch mit unterschiedlichsten stilistischen Ansätzen in einen kreativen Dialog und mischt auf spannende Weise modische Kleidungskonzepte und archetypische Einzelteile. Das macht Laune, und auch mit etwas Abstand betrachtet finden sich Ansätze, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind und erfrischen.
Er eröffnet sich mit dieser Kollektion einen weiterentwickelten Ansatz, sich mit Konstruktion und Gestaltung auseinanderzusetzen und seine Ideen zum Ausdruck zu bringen. Geschickt werden die Bezüge der einzelnen Stücke der Kollektion herausgearbeitet und dargestellt. So kommt es zu schönen Kontrastpaaren, etwa einer kurzen Damen-Couture-Jacke mit einer A-Silhouette in goldenem, griffig strukturiertem Brokat mit hellblauem Kragen und einem passenden Herrenlook mit goldener Short und fluffigem hellblauen Herrenpullover.
Solche Paarbildungen, mit verbundenen Details, sei es durch Material, Farbe oder Konstruktion, bilden den Kern der Kollektion, welche durch (Bowling-)Taschen bei Damen wie Herren ergänzt werden. Auch individuelle Stiefel mit handtellergroßen, sternförmigen Ausstanzungen bilden solch ein Paar und werden durch Sternchenanhängern bei den Taschen wieder thematisch aufgegriffen.
Der Designer scheut sich nicht, sehr mutig mit kontrastierenden Materialien zu experimentieren. Neben Brokat, Jacquard und Strick finden sich auch Textilien wieder, die aus dem Bereich der Heimtextilien kommen und eher bei warmen Stoffdecken verortet werden oder an die Taktilität von Plüschtieren erinnern.
Konzeptionell sind die 18 vorgestellten Looks eine konsequente und funktionierende Weiterentwicklung der bereits im Sommer sehr viel Anklang findenden Kollektion, welche sich mit Karo als flächenprägendem Element auseinandergesetzt hat.


















