Vladimir Karaleev SS17

Text & Bilder: Boris Marberg

Ein paar wenige Designer gibt es auf der Fashion Week in Berlin, im allgemeinen Moderummel, die kann man mögen, muss man aber nicht. Hierzu gehört Vladimir Karaleev definitiv. Und seit Jahren bleibt er sowohl seinem Stil, als auch der konzeptionellen Provokation treu.

Die neue Kollektion wurde im Kronprinzenpalais vorgestellt. Keine Schau, sondern eine Präsentation mit Modellen, statisch, konzeptionell. Kaum hatten sich die Türen geöffnet schwärmte eine Masse an interessierten in den Saal, so dass man sich nicht mehr bewegen konnte und auch von den Kreationen nicht mehr viel gesehen hat. Die Situation hatte sich indes nach knapp 10 Minuten gelegt, die Publikumsreihen gelichtet, der Schwarm ist zum nächsten Event weiter gezogen. Zehn Minuten Vladimir Karaleevs Kreationen zu sichten wird sicher dem Konzept und den Entwürfen nicht gerecht.

Ja, die ungesäumten Abschlüsse der Kleidung finden sich auch diese Saison ebenso wieder, wie das Spiel mit Transparenz, Übergröße und Perforation. Neues findet man nicht wirklich, was aber auch nicht zu erwarten gewesen wäre und wenn dies eingetroffen wäre vielleicht auch verstört hätte. Die Stärke des Designers liegt in der Beharrlichkeit das eigene Konzept weiterzuführen, zu –entwickeln. Sowohl die Entwürfe für Damen, als auch für Herren sind gut aufeinander abgestimmt, fast auswechselbar. (Jungen) Frauen wird gesellschaftlich sicher mehr Progression zugemutet, ohne beim tragen solcher Kleidung „anzuecken“, als jungen Männern, die sehr schnell ein „Unseriös“, und nicht „Ernstzunehmen“ übergestülpt bekommen. Dass sich das vielleicht in den kommenden zwanzig Jahren ändert, könnte passieren, ist aber nicht ganz wahrscheinlich. Gerade aber deswegen spricht Vladimir Karaleev an und gibt etwas an die Hand um zu experimentieren und sich auszudrücken, was erfreulich und fast schon fröhlich sein könnte, wenn die gesamte Kollektion nicht von der Branche zu sehr ernst genommen werden würde. Ob dies aber einen Einfluss auf den Designer hat, mag man bezweifeln, zu sehr scheint die sture Konzeption das Gesamtwerk (erfreulich) zu dominieren. Wer sich noch nicht mit den Kleidern von Vladimir Karaleev auseinander gesetzt hat, sollte dies unbedingt nachholen.

 

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