Nachhaltige Mode: Berlin Fashion Week

Nachhaltige Mode auf der Fashion Week Berlin

Text & Bilder: Boris Marberg

Ein Bericht über die Doppelmesse und die auf dem Laufsteg präsentierte Mode.

Seit einigen Jahren etabliert sich Berlin als einer der wichtigsten Handelsplätze für ökologische Mode. Mit der Doppelmesse Green Showroom und Ethical Fashion Show im Postbahnhof bietet sich für eine Vielzahl von Marken, unter der Regie der Messe Frankfurt, die Möglichkeit die neuen Kollektion zu zeigen und dabei einen direkten Kontakt zu Einkäufern und der Presse zu finden. Die ethical fashion show geht mittlerweile in die zehnte Saison. Währenddessen finden sich im Green Showroom neben vielen vertrauten Marken auch die beiden ökologischen Vorzeigemarken Xess+Baba und Somyso. Über beide Labels haben wir schon in der Vergangenheit mehrfach berichtet und deren Mode auch in Editorials präsentiert.

Begleitet wird die Doppelmesse von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Diskussionsrunden und Vorträgen zum fachlichen Austausch und der zukünftigen Entwicklung und Ausrichtung von ökologischer Mode.

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Salonshows im Postbahnhof

Ergänzt wird dies dabei durch zwei Salon Schauen, welche konzeptionell eine Reihe von Marken bündelt. Im Rahmen der ersten Schau lag der Schwerpunkt auf der Präsentation der neuen Entwürfe des Labels Lanius welches mit Weleda, dem bekannten Hersteller für unter anderem Kosmetik kooperiert. Von einigen Marken wurden leider nur vereinzelt Looks gezeigt.

Die aktuelle Stärke von ökologischem Modedesign liegt eindeutig bei dem möglichen Rückgriff auf ansprechend interessante Stoffe, die vielfach sehr gut in Materialmixen verarbeitet werden. Insgesamt fällt auf, dass gerade die Oberflächenkonstruktionen eine der Stärken der in diesem Segment arbeitenden Designer ist. Hieraus resultiert sehr oft eine schnörkellose bis funktionale Gestaltung. Weite Bewegungsfreiheit, welche sehr alltagstauglich ist dominiert vielfach. Das Repertoire vieler Marken ist dabei immer noch sehr auf sogenannte Basics ausgelegt und richtet sich überwiegend an ein weibliches Publikum, auch wenn sehr langsam in Bereich ökologischer Mode auch Herrenbekleidung wichtiger wird. Der Ausbruch aus einer ideologisch auf eine Zielgruppe ausgerichteten Konzeption hat noch nicht wirklich stattgefunden und schafft es immer noch nicht, sich deutlich weitere Kreise zu erschließen und in das Bewusstsein breiterer Schichten vorzudringen. Mode- und designtheoretisch ist diese aber im aktuellen Diskurs über Wirkung, und Funktion von (Masse-)mode nachvollziehbar und konsequent als Alleinstellungsmerkmal. Wer ökologische Mode trägt setzt damit auch individuell ein Zeichen der Abgrenzung. Design muss auch nicht zwingend spektakulär sein. Gerade im hochwertigen Segment ist es angenehm erfreulich bei nachhaltiger Mode, dass ein ansprechenderer Bezug zum gesellschaftlichen Kontext besteht und nicht wie in der konventionellen High-Fashion Mechanismus wie Elitenbildung durch den Wahn um Size Zero vorherrscht, der gerade bei Damenmode mit einem übertriebenen Sexismus einhergeht, der weder etwas mit einem individuellen erotischem Eigenverständnis zu tun hat, noch damit, bewusst durch die Kleidung breite Schichten auszugrenzen und auf gesellschaftliche Trennung als Marktinstrument zu setzen. Unter dieser Prämisse ist nachhaltige Mode in der aktuellen Ausprägung sehr gut gesellschaftlich positioniert und hat langfristig auch das Potential zu einem generellen Durchbruch.

Lanius (xWeleda)

Seit 1999 ist Claudia Lanius mit ihrem Label am Markt und kann durch schöne Drucke und viel Bewegungsfreiheit bei den Silhouetten überzeugen.

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Studio Elsien Gringhuis

Das Label Studio Elsien Gringhuis sieht sich im Highend Bereich angesiedelt und wartet mit urbanem Design auf.

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Elementum by Daniela Pais

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Inti Ferreira

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Studio Jux

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