LIDA NOBA AW17

Interview mit der Designerin Lida Nobakht

Text / Bilder Interview: Boris Marberg

Im Rahmen der 11 Edition der Mode Suisse in Zürich wurden neue Entwürfe des Labels LIDA NOBA präsentiert. Im Anschluss konnten wir mit Lida Nobakht ein Interview fürhren.

Können Sie uns kurz Ihren Werdegang zur Modedesignerin skizzieren?

Ich wurde in einer Familie geboren und auf gezogen, in der Kunst und Literatur sehr geschätzt wurden. Meine Mutter war meine erste Schneiderin und Couture-Lehrerin und dies liess sie meine Ausbildung in der Technischen Berufs – Kunstakademie im Iran fortsetzen und einen Abschluss im Bereich Haute Couture machen. Meine künstlerische Familie war sicher eine Inspiration. Den Moment, als ich wusste, dass ich zur Modedesignerin geboren wurde, kann ich genau definieren: Als ich 15 Jahre alt war, rief mich meine Lehrerin vor der ganze Klasse auf und sagte zu mir, dass ich eines Tages Fashion Designer werden würde, und sie werden sehr stolz auf mich.

Sie sind im Iran aufgewachsen. Hatte dies einen Einfluss auf Ihre Mode?

Ja, natürlich! Sie können immer einige Elemente aus meinem Heimatland in meiner Mode finden. Hier komme ich her und meine wahre Identität liegt dort. Iran ist das Land, in dem Quellen für Kreativität und Inspiration endlos sind.

Wie sieht das Frauenbild aus, welches Sich in Ihrer Mode widerspiegelt?

Sie ist eine Frau, die man interessant finden kann, aber nicht notwendig modisch. Sie mag Weiblichkeit. Was sie trägt, geht um die richtige Menge des Luxus. Sie trägt was sie will. Es muss nicht unbedingt „Trend“ sein, aber es muss auf ihre Art besonders sein.

Im Rahmen der Schau auf der Mode Suisse waren vereinzelt Herren-Looks zu sehen. Wird es eine separate Herrenkollektion geben und in welchem Kontext steht bei Ihnen Herrenmode zu Ihrer Damenkollektion?

Ich möchte mehr Herren-Looks entwerfen, aber das bedeutet nicht, dass ich eine separate Herrenkollektion auf dem Runway zeigen möchte. In meiner Welt laufen Frauen und Herren im Leben nebeneinander!
Es gibt eine Harmonie zwischen LIDA NOBA und NOBA MEN. Es gibt eine Partnerschaft, einen Einfluss zwischen ihrer Mode, wie in seinen Leben.

Bereits bei der letzten Kollektion sind grosszügige Volumen aufgefallen und viele auslaufende A-Silhouetten. Sehen Sie Ihre Mode als weiblich verspielt an?

Verspielt, kann ich nicht sagen! Wissen Sie, LIDA NOBA ist freundlich, schüchtern aber selbstbewusst, wie ich! Aber ihre Persönlichkeit bleibt immer weiblich. Das Reich der Mode ist, wo ich grenzenlos erlebe kann. Ich bin Träumerin, natürlich als Träumerin, liebe ich es Kleider zu entwerfen, die ich in meinem Traum sehe.

Welchen Stellenwert haben Applikationen, Muster und Ornamentik bei Ihren Entwürfen?

Wie ich gesagt habe, der Iran ist für mich die Quelle der Inspiration. Dinge wie Farben von Textilien, Architektur, persische Fliesen, unsere Kultur, Gedichte, Städte wie Isfahan, Yazd, Shiraz oder Kashan und so viele andere Elemente. Ich würde es immer mögen, wenn LIDA NOBA meine Kultur in einer Art und Weise repräsentiert, die weltweit leicht verständlich ist. Das ist, was ich entwerfen möchte.
Abbas Kiarostami sagte: „Um universal zu sein, musst du in deiner eigenen Kultur verwurzelt sein.“

Dürfen sich Männer auch „bunt“ kleiden oder unterliegt Ihrer Meinung nach Herrenmode weiter dem Diktat der formellen Strenge um erfolgreich sein zu können?

Ja, warum nicht! Die Menschen können tragen was sie wollen. Ich finde das toll, wenn Männer „bunt“ tragen. Aber ich muss sagen, dass Mode, Kunst und Musik Geschmackssache sind. Die meisten meiner besten Freunde sind Gays, sie inspirieren mich, ich sehe keine Grenze, aber mein Stil ist, was Sie bis jetzt gesehen haben. Erfolgreich zu sein, bedeutet für mich meinem Herzens zu folgen.

Neben viel tiefem Blau findet sich in der neuen Kollektion auch viel an warmen Farben. Was für Farben bevorzugen Sie und mit welchen Materialien arbeiten sie bevorzugt?

Wenn es um den Herbst geht, mag ich starke Farben, im Gegensatz zu Stimmung der Natur, um mehr Energie zu stimulieren. Es ist etwas unglücklich, die graue Farbe des Himmels benötigt die Kontraste der Farben. Auf der anderen Seite haben wir, und erhalten jede Menge Energie aus unserer Umgebung im Frühling und Sommer, also, ich mag es, den Kontrast mit der Natur durch Pastell / helle Farben zu bringen. Ich arbeite am meisten mit Tulle, Chiffon, Crepe, Wool.

Sind die Schuhe, welche in Zürich zu sehen waren auch von Ihnen?

Ich glaube an Zusammenarbeit! Ich arbeite mit iranischen Designern (Artman.world und lafemme.studio) Die Schuhe sind “ Limited Edition“ und sie entwarfen für meine Kollektion, übrigens die Schuhe sind „Made in Iran“.

Einige Looks in Zürich hatten schönen Schmuck. Welchen Stellenwert hat Schmuck in Ihrer Kollektion?

Ich möchte meine eigene Schmucklinie haben, nach meiner Meinung ist Schmuck ein Zeichen der Weiblichkeit, für mich ist das ein Muss. Schmuck ist die letzte Berührung, um den Blick zu vervollständigen.

Sie haben uns mitgeteilt, dass Ihre Kollektion nun auch in Berlin im BIKINI angeboten werden wird. Viele junge Designer aus der Schweiz zieht es nach Berlin. Was macht aus Ihrer Sicht modisch den Unterschied zwischen Berlin und Zürich aus?

Berlin ist auf seine Art kreativ und stylish. Berliner unterstützen die jungen Designern genau wie bei uns Iranern. Vor allem der Support von jungen, heimischen Designern liegt den Iranerinnen am Herzen. Das habe ich auch in Berlin gemerkt.
Berlin hat eine Fashion Week. Es ist wirklich einfacher dort in der Modebranche zu arbeiten.
Die Fashion Weeks haben eine offensichtliche Wirkung auf den Lebensstil der Menschen. Sie bringen Begeisterung! Wenn ich in Berlin auf der Strasse laufe, sehe ich die Frauen, die ihre eigenen Stil haben, besonders in Berlin Mitte. Aber hier scheinen Frauen den Casual-Einheits-Look mit Skinny Jeans und Shirt zu haben. Die Mehrheit nimmt die Mode nicht wichtig. Kein Street Style! Aber wir sollen nicht vergessen, Zürich ist eine kleine Stadt mit viel Potential.

Wird man Ihre Kreationen auch in absehbarer Zeit auf der Fashion Week in Berlin sehen können?

Das ist ein Ziel, das ich erreichen will.